|
Die Anfänge des ÖPVN im Kreis Recklinghausen
Die häufig gestellte Frage nach der Bedeutung des Namens "Vest" möchte ich zuerst beantworten.
Das Vest bezeichnete im Mittelalter das
Bezirksgericht um Recklinghausen. Die gesamten
Kirchspiele (Dörfer), Ländereien, Besitztümer und
Bewohner gehörten zum so genannten Vest. Unser
Vest meint heute die Region zwischen
Emscher und Lippe, die den Kreis
Recklinghausen beheimatet. Die Städte Datteln,
Waltrop und Oer-Erkenschwick werden in diesem
Zusammenhang auch als Ostvest bezeichnet.
Abgeleitet davon entstanden Bezeichnungen wie
beispielsweise Vestische Straßenbahnen,
Vestische Kinderklinik oder Vestische Arbeit .
In der zweiten Hälfte des
19. Jahrhunderts lebten die Menschen im
Ruhrgebiet überwiegend von der Kohle. Zunächst
nur entlang der Ruhr, später auch weiter
nördlich zwischen Emscher und Lippe. Die
Menschen zogen der Arbeit hinterher. Auf den
bisher nur zur Land- und Forstwirtschaft
genutzten Flächen ragten plötzlich einzelne
Fördertürme in den Himmel. Um sie herum scharten
sich die Wohnhäuser der Zechenarbeiter, die
Zechensiedlungen. So entstand eine "Insel" nach
der anderen. Die Wege zwischen den einzelnen
Siedlungen kamen manchmal einer Tagesreise nahe.
Auch Schulen und Behörden befanden sich nur im
weiter entfernten Kirchspiel (Dorf), und die
Menschen mussten daher eine geeignete
Beförderungsmöglichkeit finden. Autos gab es
noch nicht, Pferd und Wagen konnten sich die
Arbeiter nicht leisten.
Am 01.01.1870 nahm die erste
Eisenbahnlinie von Wanne nach Recklinghausen den
Betrieb auf. Diese bot den Arbeitern jedoch
keine ausreichende Alternative, da sie nur die
großen Städte miteinander verband. Erstmals in
Frankreich, Mitte des 17. Jahrhunderts, später
auch in Amerika, gab es ein Netz von
Pferdekutschen, welche mehrmals täglich nach
genauen Zeitplänen Passagiere aus entlegenen
Regionen in die nächste Großstadt und zu den
Bahnhöfen brachten. Der Begriff "Omnibus" (latein.:
für alle) wurde in Paris für diese Art der
Personenbeförderung geboren.
Anmerkung: Die erste Eisenbahnlinie im Vest
verkehrt übrigens noch heute im 20-Minuten-Takt.
Die Streckenführung wurde mit den Jahren
nördlich bis Münster - südwestlich bis Essen
erweitert (RB42).
Fortsetzung siehe obere
Menüleiste 1888-1900
*Quelle zu Angaben
der "Vestischen" aus dem Buch: "Auf Linie - 100
Jahre Vestische". Zusammenstellung aller
Informationen in Textform in eigener Edition.
|